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Freitag, 17.07.2009 20:00 Uhr | Bingen, Basilika St. Martin

Oratorio Barocco

„Vergänglichkeit des Vergänglichen, und alles ist vergänglich“, wusste schon der
weise König Salomo. Die Künstler der Renaissance und des Barock haben diese
Erkenntnis der irdischen Nichtigkeit in vielfältigen bildlichen und musikalischen
Motiven umgesetzt. Einer von ihnen war der Jesuit Gioacomo Carissimi, der
„Erfinder“ des biblischen Oratoriums, der die allgegenwärtigen Schatten des
Todes beschwor. Auch MarcAntoine
Charpentier beschäftigte sich mit dem
Sterben und ging dabei weit über das italienische OratorienModell
hinaus: Das
Ende von Saul und Jonathan gestaltete er mit der Dramatik und dem Pathos der
Theaterbühne – gleichsam als MiniaturOper
– ganz im Sinne seiner jesuitischen
Dienstherren.
Diesen heutzutage selten aufgeführten Höhepunkten barocker Vokalkunst
widmet sich mit großer Stilkenntnis und glasklar fokussierten Stimmen das 2003
gegründete Ensemble Harmony of Voices, in seiner schwedischen Heimat mehrfach
ausgezeichnet und hierzulande (noch) ein Geheimtipp.

Giacomo Carissimi: „Vanitas vanitatum”,
Oratorium für fünf Stimmen, zwei Violinen und Basso continuo
Marc-Antoine Charpentier: „Mors Saülis et Jonathae” H403

(Abendkasse 25,00|20,00|12,00 EUR)
Kategorie 3 ohne Sicht